Arbeitsgemeinschaft Solarwärmeversorgung Gemeinde Bracht | Bracht-Siedlung
 Arbeitsgemeinschaft SolarwärmeversorgungGemeinde Bracht | Bracht-Siedlung 

Es geht endlich weiter!

Wir freuen uns, Euch mitteilen zu können, dass die Planung unseres Nahwärmeprojekts
in Bracht und Bracht Siedlung nun in eine neue, sehr konkrete Phase geht:


    Alle Projektpartner haben gemeinsam ein einzigartiges, umsetzungsreifes Konzept entwickelt!              Dieses wird nun im Detail ausgearbeitet und dabei wenn möglich weiter optimiert.


    Die Standorte für das solarthermische Kollektorfeld, die Energiezentrale und den thermischen              Speicher werden geprüft und die Bauleitplanung vorbereitet.


    Die Gründung der Nahwärmegenossenschaft Solardorf Bracht wird in Angriff genommen und              der offizielle Startschuss für alle Bürgerinnen und Bürger geplant.

 

    Das Land Hessen unterstützt die Brachter Nahwärmeversorgung umfänglich durch eine Vielzahl          von Maßnahmen.

 

 

Das technische Konzept: 85 Prozent Erneuerbare Energie! 80 Prozent weniger CO₂!

Aufbauend auf früheren Überlegungen wurde das solare Wärmeversorgungskonzept für Bracht innerhalb einer Machbarkeitsstudie durch die Uni Kassel entwickelt. Die Überprüfung der technischen Funktion des Wärmeversorgungssystems, bestehend aus solarthermischer Freiflächenanlage, Saisonalspeicher, Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk, Holzkessel und Pufferspeicher, erfolgte mithilfe von Simulationen. Der solare Deckungsanteil des Systems liegt bei ca. 70% und aufgrund des zusätzlichen Holzeinsatzes der EE-Anteil bei insgesamt ca. 85%. Verglichen mit anderen klimafreundlichen Wärmeversorgungsoptionen, sind die Wärmekosten der solaren Wärmeversorgung absolut konkurrenzfähig. Darüber hinaus gibt es aus Klimaschutzsicht jedoch noch einen wesentlichen Vorteil: Die in der Wärmeversorgung auftretenden CO2-Emissionen können innerhalb kürzester Zeit um etwa 80% gesenkt werden. Allein mit umfassenden Sanierungsmaßnahmen in den jeweiligen Häusern wäre das dagegen nicht zu erreichen!

Die wesentlichste Kostenreduktion ergab unter anderem die technische Ausführung des Speichers, als auch seine Größe. Hier gehen wir den Weg, wie er auch schon in Skandinavien vielfach angewendet wird, des Grubenspeichers. Dieser wird ca. 16.000m³ umfassen und im Erdreich eingelassen sein, siehe Bild.

Bild 1: Aufbau eines Grubenspeichers, IFOK

Bild 2:  Grubenspeicher Dronninglund (DK) mit 62.000 m³, https://planenergi.eu/activities/district-heating/seasonal-heat-storage

Aufgrund ihrer Verbreitung in Dänemark gehören Grubenspeicher bereits zum Stand der Technik. Auf den Fotos ist der Speicher in Dronninglund dargestellt, der ein Volumen von 62.000 m³ aufweist. Der in Bracht angedachte Speicher umfasst dagegen rund 16.600 m³, was immerhin etwas mehr als 6 Olympia-Schwimmbecken (je 2.500m³ bzw. 50m x 25m x 2m) entspricht. Die Wärmeverluste großer Saisonalspeicher sind aufgrund ihrer Größe und Geometrie trotz des geringen Einsatzes von Dämmmaterial verhältnismäßig niedrig. 

Bild 3: Grubenspeicher vor der Befüllung mit Wasser (Dronninglund, DK), https://planenergi.eu/activities/district-heating/seasonal-heat-storage/

Der Saisonalspeicher in Bracht wird im aktuellen Konzept ausschließlich mit der Wärme der solarthermischen Freiflächenanlage (Kollektorfläche ca. 9.300 m²) gespeist. Auch Solaranlagen dieser Größenordnung gehören schon zum Stand der Technik und kommen vor allem in Dänemark häufig in der Fernwärmeversorgung zum Einsatz. Durch die Einbindung einer Wärmepumpe, die den saisonalen Wärmespeicher als Wärmequelle nutzt, wird die Auskühlung des Speichers deutlich verbessert, so dass dieser relativ klein ausfallen kann. Die Nutzung der Wärmepumpe erfordert eine möglichst kostengünstige Stromquelle. Hierzu dient ein Blockheizkraftwerk (BHKW), am ehesten vergleichbar mit einem großen Schiffsmotor, welches die Wärmepumpe im sogenannten „Inselbetrieb“ kostengünstig mit Strom versorgt. Im Gegensatz zum Netzstrombezug fallen bei dieser Stromversorgung die EEG-Umlage und weitere Abgaben weg. Der Brennstoffbedarf des BHKWs ist aufgrund der geringen Anlagenleistung und -auslastung verhältnismäßig gering und es kommen grundsätzlich verschiedene Brennstoffe in Frage. Für die Berechnungen wurde Heizöl angenommen. Der Betrieb der Wärmepumpe und des BHKWs erfolgt immer gleichzeitig, da aufgrund des „Inselbetriebs“ weder Strombezug aus dem Netz noch Stromeinspeisung ins Netz vorgesehen sind. Die anfallende BHKW-Abwärme wird in das Wärmenetz eingespeist und dient dabei als Nachheizung der Wärmepumpe, was die Effizienz der Wärmepumpe nochmals steigert. Gleichzeitig wird – auch über den Holzkessel, der nach Bedarf betrieben wird – weitere Erneuerbare Energie eingebunden. Der Holzkessel erfüllt außerdem eine Sicherheits-Funktion für den Fall, dass ein anderer Wärmeerzeuger ausfallen sollte (z.B. durch Wartungsarbeiten). Zusätzlich ist auch ein Pufferspeicher vorgesehen, um die bereitgestellte Wärme kurzzeitig auf dem Temperaturniveau des Nahwärmenetzvorlaufs speichern und die Wärmeerzeuger effizienter betreiben zu können. Die Vollkostenrechnung für das solare Wärmeversorgungssystem, welche die wesentlichen Investitions-, Betriebs- und Energieträgerkosten beinhaltet, führt zu dem Ergebnis, dass die Wärmkosten absolut konkurrenzfähig zu bestehenden technischen Alternativen sind. 

Bild 4: Solares Wärmeversorgungskonzept Bracht, Fachgebiet für Solar- und Anlagentechnik der Universität Kassel

Die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen zur Senkung des Wärmebedarfs ist unabhängig davon sinnvoll, um die zentralen Investitionskosten so weit wie möglich zu senken. Grundsätzlich gilt für Wärmenetzprojekte: Je mehr Menschen mitmachen und sich anschließen lassen, desto niedriger ist auch der Wärmepreis. 

Die Kosten: Konkurrenzfähig und schon bald günstiger!

Der angestrebte Wärmepreis wird mit diesem technischen Konzept zwischen 11 und 13 Cent
pro Kilowattstunde liegen. Durch die nun anstehende technische Optimierung, die insbesondere
vor dem Hintergrund möglichst optimaler finanzieller Förderungen erfolgt, kann der Wärmepreis
ggf. weiter gesenkt werden. Viel entscheidender aber ist: 

Je mehr von uns sich nun bereiterklären, Teil der zukunftsfähigen Nahwärme Bracht zu werden, desto günstiger wird es für jeden Einzelnen und desto ökologischer wird das Gesamtprojekt!

Der nächste wichtige Schritt:                                              Gründung einer Nahwärmegenossenschaft

Die Arbeitsgemeinschaft treibt nun die weiteren Schritte voran: Soweit es die Pandemie zulässt,
möchten wir zeitnah eine umfangreiche Informationsveranstaltung, ggf. auch im Freien, durchführen,
um die aktuellen und anstehenden Punkte darzustellen und mit Euch zu besprechen. Nach den derzeitigen Planungen soll es dann wenige Wochen danach zu der Gründung der Genossenschaft kommen, der sich Jeder/Jede gerne anschließen kann. Wir hoffen jetzt schon auf viele Mitglieder und weitere Unterstützer des Projektes und freuen uns auf unseren gemeinsamen Weg.

Nur als großes Gemeinschaftsprojekt hat unsere zukunftsorientierte Idee von einer sicheren, bezahlbaren und nachhaltigen Wärmeversorgung unseres Ortes ihre Chance!

Macht mit!
Informiert Euch jetzt!
Sprecht uns an!
Stellt uns Eure Fragen!

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Magistrat der Stadt Rauschenberg